Dienstag, 7. Januar 2014

Das schlechteste Interview der Welt – So, lieber nicht!


Der hessische Radiosender FFH nimmt hin und wieder gerne Promis „auf' s Korn“, indem sie ihre Gäste für ein Radiointerview einladen und den „Dummfrager“ Boris Meinzer auf sie loslassen. Dieser ist meistens gar nicht und wenn überhaupt, dann total falsch auf dieses Interview vorbereitet.

In dieser Folge stellten sich Sänger Nicholas Müller und Gitarrist Sascha Eigner von der Band „Jupiter Jones“ den Fragen des Journalisten.

Obwohl es sich über den Humor sicherlich streiten lässt, so ist es doch eindeutig, dass dies ein denkbar schlechtes Beispiel für ein Interview ist, aus dem man lernen kann, wie man es nicht machen sollte!


Was der Interviewer gut gemacht hat:

  • Er hat sich vorgestellt und seine Gäste begrüßt

  • Er hat auf eine Veranstaltung verwiesen, bei der die Band eingeladen war (→ Recherche)


Was der Interviewer „nicht so gut“ gemacht hat:

  • Er hat seine Gäste nicht erkannt

  • Er wusste nicht über ihren Beruf Bescheid

  • Er untergräbt ihre Professionalität

  • Sein Handy war nicht stumm gestellt/ausgeschaltet

  • Er telefoniert ausführlich

  • Er ist sich ihres künstlerischen Schaffens nicht bewusst


Was man daraus lernen kann:

Eine gründliche Vorbereitung ist unerlässlich für ein gutes Interview!

  • Als Interviewer sollte man sich immer im Voraus mit seinem Gesprächspartner auseinandersetzen, Hintergründe kennen und sich in dem entsprechenden Themengebiet zurechtfinden, um ein produktives Gespräch führen zu können

  • Man sollte denjenigen erkennen können, selbst wenn man ihn/sie noch nie zuvor gesehen hat (vor Allem bei prominenten Personen)


Man sollte sein Gegenüber ernst nehmen und respektieren!

  • So wie man selbst als Interviewer ernst genommen werden will, sollte man darauf achten seinen Gesprächspartner und seine Arbeit zu respektieren. Ein erfolgreicher Künstler wird den Spaß an einem Interview schnell verlieren, wenn man ihn wie einen Anfänger behandelt und seine Professionalität in Frage stellt

  • Während des Interviews sollte das eigene Handy ausgeschaltet oder stumm gestellt sein, da man ungestört das Gespräch führen will. Für den Fall, dass man dies vergessen hat und tatsächlich das Handy klingelt, sollte man sich dafür entschuldigen und das Gerät danach stumm stellen. Es ist sehr unhöflich einfach das Gespräch zu unterbrechen und zu telefonieren, schließlich beansprucht man als Journalist die Zeit seines Gesprächspartners. Auch dies ist eine Angelegenheit von gegenseitigem Respekt

  • Wenn man sein Gegenüber ein wenig provozieren und somit aus der Reserve locken will, so ist das durchaus erlaubt und verleiht dem Interview eine gewisse Würze, was wiederum für den Leser interessant ist. Dabei sollte man jedoch immer im Auge behalten, dass es ein Schmaler Grat zwischen Provokation und Respektlosigkeit ist. Der Gesprächspartner sollte in der Lage sein sich zu verteidigen und seinen Standpunkt zu formulieren. Bösartige Unterstellungen oder auch lächerliche Fragen führen dabei nicht zum Ziel


Fazit

Mit einer gründlichen Vorbereitung und der Einhaltung von ein paar Benimmregeln ist ein guter Grundstein für ein Interview gelegt. Natürlich bedarf es noch weiterer journalistischer Fähigkeiten, man kann sich jedoch durchaus die ein oder andere Blamage sparen, wenn man sich an Boris Meinzer ein Beispiel nimmt und es genau so nicht macht!

 

 

Sebastian Dieterle

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