Montag, 27. Januar 2014

Der Große Gatsby (Filmkritik)



An einem langweiligen Frühlingsabend noch im Jahr 2013 habe ich mir ein Trailer angesehen, der mich im Weiterem nicht in Ruhe lies. Alles was mir noch in Erinnerung von diesem Trailer geblieben ist war Di Caprios Gesicht und die unglaubliche Art-Déco Atmosphäre. Ich gestehe, dass der Titel „Der Große Gatsby“ mir damals leider nichts gesagt hat, obwohl der Name Francic Skott Fitzgerald war gar nicht so fremd für mich.

Wegen bevorstehenden Abiturprüfungen und daraus folgender Mangel an Zeit hatte ich nicht das Vergnügen den Film im Kino zu erleben, jedoch viele Monate später habe ich mir endlich DVD besorgt und hier beginnt my journey...

Der Film weicht nicht so viel vom Buch ab. Auch wenn man sich das Schlüsselthema gar nicht vorstellen kann, hier ist ein Tip – der Regisseur Baz Luhrmann, seine letzte berühmte Arbeiten waren Moulin Rouge und Romeo+Julia...also wenn der Gatsby-Film pompös und dramatisch wirken soll
dann nur unter der Leitung von Herrn Luhrmann, weil in dem Film es nämlich um die Liebe geht und wie in oben genannten Filmen ist es ein hoffnungsloser Fall.

Nick Carraway, der Ich-Erzähler, gespielt von Tobey Maguire, erhohlt sich von Alkoholrausch in einem Sanatorium, wo er über einer Person erzählt die in seiner Seele klaffende Wunde hinterlassen hat (ausnahmsweise ist es keine Frau).
Der geheimnisvoller Jay Gatsby (Leonardo Di Caprio), von dem die Rede ist, war zufällig Nicks Nachbahr gewesen und rein zufällig in seine Cousine schwer verliebt. Er veranstaltet größte Parties aller Zeiten, die ihn paradoxerweise im Grunde gar nicht interessieren. Stattdessen möchte er mit der Liebe seines Lebens , verheiratete Frau Daisy Buchanan (Carey Mulligan ) die er einst fast geheiratet hat , für ewig zusammen sein. Aber wie fast in allen romantischen Filmen mit Di Caprio in der Hauptrolle soll es ein reicher „Asshole“ geben, der als unüberwindbares Hindernis (sprich Gegenstand) dargestellt wird. Der arrogante Mann von hübscher Daisy ist auch voll mit Paradoxen. Einerseits betrügt er sie ständig mit der Frau von einfachen Tankstellenbesitzers aber als er erkennt, dass Daisy von Gatsby praktisch entführt wird, setzt er alles ein um sie zurückzugewinnen.

Ich möchte nicht tief in die Handlung hineintaufen.Hier ist alles „Roger in Cambogia“. Er liebt sie, sie sich nicht sicher, es entsteht ein Liebesdreieck und „bla bla bla“. Seien Sie sicher,dass Ihre Freundin oder auch Sie als Frau genug Taschentücher beim Gucken dabei haben, da das Ende verspricht nicht so fröhlich zu sein. Aber ich möchte an der Stelle nicht spoilen , stattdessen würde ich gerne betonen, dass Schauspieler einen guten Job gemacht haben. Di Caprio weiß wie er einen unschuldigen, bis auf die Knochen verliebten jungen Mann spielen soll, es ist uns schon seit Titanic bekannt geworden. Tobey Maguier wirkte meiner Meinung nach auch gut passend.Die Verwandlung aus einem naiven und eifrigen Verehrer von „American Dream“ in einen pessimistischen und zynischen Trinken ist ihm soweit gelungen. Daisy aber wurde komplett als eine gehirnlose Frau dargestellt, ich meine damit nicht, dass sie die falsche Entscheidungen getroffen hat, so ist der Szenario halt, ich meine nur, dass sie wirkt so, als ob sie überhaupt keine Persönlichkeit hat.Es fehlte natürlich die Zeit um die Hauptfiguren vollständig entfalten zu lassen.Einiges müsste der Regisseur wegschneiden, aber anscheinend aus Versehen schnitt er auch Daisys Charakter weg. Für den Zuschauer wird Daisy als eine seelenlose Puppe dargestellt, was gerade nicht der Ernsthaftigkeit der Lage beibringt sowie auch die Motivation der Hauptfiguren nicht erklärt.
Abgesehen davon muss man sagen, dass im Film die pompöse Atmosphäre der Goldenen Zwanziger perfekt dargestellt wurde. Wie Partys in Moulen Rouge werden Partys in Gatsby-House in vollem Glanz und Schick abgebildet.Hier ist auch interessant die Tatsache, dass Baz Luhrmann einige moderne Hip-Hop und R&B Lieder mit dem Jazz-Ambiente  vereint hat. Es war interessant zu sehen wie die Menschen mit typischen Swing-Bewegungen praktisch Hip-Hop getanzt haben. Luhrmann war natürlich nicht der erste, der so gemacht hat, aber nichtsdestotrotz hat es super geklappt.

Der Film geht nur sehr oberflächlich auf die moralische Hintergründe und soziale Kritik des Romans ein. Statt der gesellschaftlichen Aspekten wird der Fokus auf psychologischen Facetten gelegt, wobei die einzige Figur, die nicht einfältig wirkt ist Gatsby. Dafür ist aber Di Caprio natürlich zu erfahren und brillant
. Den Film „Der Große Gatsby“ würde ich zu angenehmen Zeitvertrieb empfehlen, wer jedoch nach einen tieferen Sinn hinter dem glitzernden Vorhang sucht, soll sich lieber das Buch in die Hand nehmen.

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