Dienstag, 28. Januar 2014

Filmkritik zu Django Unchained

Django Unchained. Das neueste Werk von Starregisseur Quentin Tarantino ist ein Italowestern und befasst sich mit der Sklaverei in den konservativen Südstaaten der USA. Der Film hat ca. 100 Mio.$ an Produktionskosten verschlungen und lief ab 17.Januar 2013 in den deutschen Kinos.

Die Handlung lässt sich recht kurz zusammenfassen. Es spielt im Jahr 1858 tief im Süden der USA, wo die Sklaverei eine Selbstverständlichkeit ist. Der Protagonist Django (Jamie Foxx) wird von dem Kopfgeldjäger/Zahnarzt Dr. King Schultz (Christoph Waltz) aus den Fängen der Sklaverei befreit, um Ihm bei einem Auftrag behilflich zu sein, bei dem es um das Erkennen einiger gesuchter Verbrecher geht. Nachdem das Kopfgeld kassiert wurde, entwickelt sich zwischen den beiden eine Zweckpartnerschaft, denn Django entschließt sich dazu mit Schultz einige Kopfgeldjäger einzutreiben während dieser ihm im Gegenzug Hilfe bei der Befreiung von Djangos geliebter Ehefrau Broomhilda (Kerry Washington) zusichert. Gesagt getan Versuchen sich die beiden an der gefährichen Aktion bei der sie unter einem Vorwand auf die Plantage Candyland vom Besitzer Calvin Candy (Leonardo DiCaprio) gelangen müssen, da sich dort Broomhilda aufhalten soll. Das ganze gipfelt in einem Tarantino-typischen Showdown.

Der Bezug zu anderen Filmen wird einem bei Django Unchained auf dem Silbertablett serviert. Unter anderem hat hier auch der Darsteller aus dem Originalfilm Django (Franco Nero) eine kleine Gastrolle, in der er einen recht lustigen Dialog mit Django führt. Auch Quentin Tarantino kommt wieder zu einem kurzen aber witzigen Gastauftritt. Der wohl auffälligste Verweis deutet das Nibelungenlied an, da Schultz Django von diesem erzählt und die Ähnlichkeit betont die hier zugrunde liegt, weil Django wie ein Siegfried sei um seine Brunhilde zu retten und kein Deutscher einem Siegfried Hilfe verweigern könne.
Grundsätzlich ist Django Unchained ein klassischer Tarantino-Streifen, dem wie immer eine überspitzte Gewaltdarstellung innewohnt, was aber in keiner Weise dem Schwarzen Humor des Films schadet. Auch scheut sich Tarantino nicht vor rassistischen Ausdrücken in seinem Werk, da dies dem Ganzen einen authentischen Eindruck gibt, wobei man dennoch nicht den ganzen Film für bare Münze nehmen sollte, denn die sogenannten organisierten Mandingo-Kämpfe, bei denen sich ausgewählte Sklaven für ihre Herren bis auf den Tod bekämpfen, sind historisch nicht korrekt, da es sie schlichtweg nicht gab.
Desweiteren sehen wir in Django Unchained einen hervorragend gespielten DiCaprio als rassistischen Plantagenbesitzer Calvin Candy, der eine Vorliebe für den Mandingo-Kampf hat und seine Sklaven lediglich als Ware betrachtet. Auch Christoph Waltz spielt seine Rolle als Kopfgeldjäger mit Manieren fantastisch und man hat ständig ein Schmunzeln auf den Lippen wenn er die verschachtelten Sätze mit seinem weichen östereichischen Akzent, welche er natürlich selbst deutsch synchronisiert hat, abspult. Der Soundtrack zum Film könnte dem ein oder anderen auch bekannt vorkommen, da zum Beispiel Interpreten wie Ennio Morricone, welchen man noch aus Filmen wie der Doller-Trilogie kennt, wieder mit von der Partie sind.
Natürlich gibt einem Django auch das Gefühl von Gerechtigkeit, da ein Schwarzer sich hier aus der Knechtschaft unter der weißen Herrenrasse erhebt, wobei natürlich auch die Frage im Raum steht ob Gewalt als Racheakt das richtige Mittel ist. Aber es ist wie gesagt ein typischer Tarantino weshalb man sowas schon aus Filmen wie Pulp Fiction oder Inglorious Bastards kennt.

Letztlich kann man sagen das Quentin Tarantino hier einen Film auf hohem Niveau abgeliefert hat und wenn man seine Titel mag ist dieser unbedingt auf die Liste zu setzen, aber auch wenn man Tarantino nicht kennt ist er auf jeden Fall einen Blick wert.



Florian Opitz

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